Gender Equality & Migration

Es ist Zeit für echte Herzensthemen und deshalb geht es heute um Gender UND Migration. Das Forschungspapier der Woche widmet sich also dem Zusammenhang zwischen Frauendiskriminierung und weiblicher Migration. Theoretisch könnte Diskriminierung Frauen sowohl in die Migration treiben als auch davon abhalten und Ilse Ruyssen & Sara Salomone (2018) gehen mit einem riesigen globalen Umfragedatensatz der Frage nach, welcher der beiden Zusammenhänge dominiert. Das finden wir spannend, weil die Frage bisher eher aus einer makro-ökonomischen Perspektive beleuchtet wurde, und die individuelle Perspektive neue, interessante Erkenntnisse zu Tage fördert. Außerdem haben wir natürlich wie immer viele Fragen.

Aus dem akademischen Nähkästchen plaudern wir dieses Mal über Lehre und Hochschuldidaktik.

Hört gern rein und lasst uns wie immer gern Kommentare und Meinungen da.

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Wir sind seit ein paar Woche auf auf Spotify zu finden und zu hören:

https://open.spotify.com/show/7H1eqAuVLD5iCOHRpHDgaU?si=XJMwLRkbRomeILt_CmFVuA

Gewalt & Ökonomische Aktivität

Nach unserer unfreiwilligen Sommerpause sind wir rechtzeitig zur Hitzewelle zurück mit einem Forschungspapier jenseits der Perspektive weißer älterer Männer: Lisa D. Cook forscht (unter anderem) zum Einfluss von rassistischer Gewalt auf die ökonomische Aktivität von Afro-Amerikaner*innen zwischen 1870 und 1940. Es dauerte absurde 10 Jahre dieses Papier in einem ökonomischen Journal zu veröffentlichen. In einem Twitter-Thread beschrieb die Autorin kürzlich einige der empathie- und geschmacklosen Kommentare, die sie von Gutachter*innen dazu erhielt und wie sie im Prozess der Veröffentlichung die ganze Disziplin in Afro-amerikanischer Geschichte unterrichten musste: https://twitter.com/drlisadcook/status/1266861511387107328

Sind weibliche Herrscherinnen friedlicher als männliche?

Was haben Beyoncé, Cate Blanchet, Mary Tudor und Cercei Lannister gemeinsam? Sie sind (oder waren) Königinnen (Blanchet in Shekhar Kapurs „Elizabeth“ von 1998).

Im heutigen Podcast widmen wir uns der Frage, ob Königinnen und Könige unterschiedlich wahrscheinlich in Kriege verwickelt sind und besprechen „Queens“ von Oeindrila Dube und S.P. Harish, erschienen in der Juni-Ausgabe des Journal of Political Economy, die dieser Frage mit historischen Daten zu europäischen Herrscherinnen und Herrschern zwischen dem 15ten und dem 20ten Jahrhundert nachgehen.

Das kurz erwähnte Forschungspapier zu Geschlechterunterschieden im Führungsstil kontemporärer politischer Entscheidungsträger*innen findet ihr hier:

Koch, Michael T., and Sarah A. Fulton. 2011. “In the Defense of Women: Gender, Office Holding, and National Security Policy in Established Democracies.” The Journal of Politics 73 (1): 1–16.

Das akademische Nähkästchen ist etwas länger geworden und dreht sich um eine Twitter-Kontroverse.

Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen aller Art.

Die Gefahren von Fake News & Fatalismus in der Pandemie

In dieser Folge diskutieren wir, welchen Beitrag gezielte Aufklärung über das Corona Virus zur Eindämmung der Pandemie leisten. Dazu besprechen wir zwei aktuelle ökonomische Studien. Die erste Studie (Bursztyn et al.) zeigt, dass mangelnde bzw. verharmlosende und irreführende Berichterstattung—à la „die Grippewelle XYZ war viel tödlicher“—im wahrsten Sinne des Wortes fatale Konsequenzen haben kann. Die Ergebnisse der zweiten Studie (Akesson et al.) deuten allerdings auch darauf hin, dass das reine Herausstellen der Gefährlichkeit des Virus auch unerwünschte Nebeneffekte haben kann, dann nämlich, wenn es in Menschen die Wahrnehmung weckt, sie könnten durch Einhalten von Gesundheitsmaßnahmen kaum eine Ansteckung verhindern (der „Fatalismus-Effekt“). In der Folge diskutieren wir Methoden und Ergebnisse der Studien im Detail.

Außerdem führen wir eine neue Rubrik ein: Aus dem „Akademischen Nähkästchen“ plaudern wir über Vor- und Nachteile von virtuellen Konferenzen.

Auch zu dieser Folge freuen wir uns wieder über Feedback. Schreibt uns hier in die Kommentare, oder kontaktiert uns bei Facebook (@herzkopfen) oder Twitter (@herzkopft). Und sagt’s gerne weiter, wenn es euch gefällt!

Links zu den in der Sendung besprochenen Quellen:

Leonardo Bursztyn, Aakaash Rao, Christopher Roth, David Yanagizawa-Drott (2020), Misinformation during a Pandemic. Becker Friedman Institute for Economics Working Paper No. 2020-44.

Jesper Akesson, Sam Ashworth-Hayes, Robert Hahn, Robert D. Metcalfe, Itzhak Rasooly (2020), Fatalism, Beliefs, and Behaviors During the COVID-19 Pandemic. NBER Working Paper No. 27245.

Was hinter der Anti-Drosten-Kampagne von Julian Reichelt steckt, Benjamin Reuter im Tagesspiegel vom 30.05.2020

Lehren aus COVID-19 für Familien- und Arbeitspolitik (mit Prof. Dr. Miriam Beblo)

Wir bringen diese Woche zu Ende was wir in Folge 0 angefangen haben und beenden unsere Diskussion der Wirkung der COVID-19 Pandemie auf weibliche Erwerbstätigkeit und Geschlechternormen. Außerdem haben wir Prof. Dr. Miriam Beblo zu Gast, die die Diskussion mit ihrer Expertinnen-Perspektive zu Implikationen für die Familien- und Arbeitspolitik bereichert.

Wir freuen uns immer noch über Feedback.

Links:

Almudena & Smith (2020), Baby Steps: The Gender Division of Childcare during the COVID-19 Pandemic. IZA DP No. 13302.

Fuchs-Schündeln, Kuhn & Tertilt (2020), The short-run macro implications of school and childcare closures.