Diese Woche besprechen wir ein Forschungspapier von Soohyung Lee, die mit koreanischen Daten überprüft, wie sich Online-Dating auf die Eigenschaften von Ehepartner*innen auswirkt. Wenn das Internet die Zahl möglicher Dating-Partner*innen erhöht und damit die Chance vergrößert, jemanden zu finden, die oder der genau den individuellen Wünschen entspricht, würde man annehmen, dass es systematische Unterschiede zwischen Paaren gibt, die sich online bzw. offline kennengelernt haben und genau das stellt die Autorin auch fest.
Im akademischen Nähkästchen plaudern wir diese Woche über den Weg von der studentischen Hilfskraft zur Doktorandin.
In dieser Folge gibt es Arbeitsmarkttheorie satt, verbunden mit spannender empirischer Forschung. Luise stellt uns heute ein spannendes Working Paper von Johanna Rickne und Olle Folke aus Schweden vor, in dem der Zusammenhang zwischen sexueller Belästigung und der sogenannten beruflichen Geschlechterseggregation erörtert wird, also dem Phänomen, dass Frauen und Männer häufig in sehr unterschiedlichen Berufen tätig sind.
Im akademischen Nähkästchen geht es diese Woche um produktives Prokrastinieren.
In dieser Folge erfüllen wir einen Hörerinnen-Wunsch (naja, zumindest fast – Sorry!) und sprechen über das FAZ Ökonom*innen-Ranking, Wissenschaftlerinnen in den Medien und Frauen in der Politikberatung. Schön anschaulich und kompakt stellen das Denise Barth und Katharina Wrohlich (2020) in diesem DIW Wochenbericht dar.
Hier ist das Ranking der FAZ und hier der Twitter-Thread von Marcel Fratzscher zum Thema.
In nahezu allen Berufen wird der Anteil von Frauen auf höheren Hierarchiestufen immer geringer, unter anderem, weil Frauen seltener befördert werden als Männer. Warum ist das so? In der heutigen Folge beleuchten wir einen möglichen Grund dafür: Erhalten Frauen weniger Anerkennung für ihren Beitrag zu Teamarbeit als Männer? Evidenz dafür liefert ein brandaktuelles Papier von Heather Sarsons, Klarita Gërxhani, Ernesto Reuben, und Arthur Schram. Anhand der Lebensläufe von gut 600 Assistenzprofessor*innen in den USA untersuchen sie, wie sich die wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Männern und Frauen auf die Wahrscheinlichkeit auswirkt, befördert zu werden und eine Professur auf Lebenszeit zu erhalten. Vor allem fragen sie: Wird Leistung im Team, d.h. Veröffentlichung in Koautorenschaft statt als Einzelautor*in, für Männer höher anerkannt als für Frauen? Die Lebenslaufdaten ermöglichen es, andere relevante Faktoren, wie Anzahl und Qualität aller veröffentlichen Papiere, konstant zu halten und zu vergleichen, um wieviel eine zusätzliche Forschungsarbeit in Koautorenschaft die Beförderungswahrscheinlichkeit von Männern im Vergleich zu Frauen erhöht. Die Ergebnisse sind aus Sicht von jungen Forscherinnen deprimierend, werden aber in zwei zusätzlichen verhaltensökonomischen Experimenten unter kontrollierten Bedingungen bestätigt.
Das akademische Nähkästchen nutzen wir diese Woche ganz ökonomisch um in die Thematik einzuführen und besprechen, wie und warum Forscherinnen und Forscher ihre Arbeit in wissenschaftlichen Journals veröffentlichen.
Am Ende führen wir noch unsere neue Rubrik ein: Was ich dich schon immer mal fragen wollte. Viel Spaß beim Hören und lasst uns wie immer gerne Feedback da!
Heather Sarsons, Klarita Gërxhani, Ernesto Reuben, and Arthur Schram (forthcoming). Gender Differences in Recognition for Group Work. Journal of Political Economy, https://drive.google.com/file/d/1PUFdQAgmKcHK1NXm-bQKUNdn-oo_cGr5/view